Der im Landgericht Wuppertal befindliche Schwurgerichtssaal L147 wird unmittelbar vom Flur des großen, zentralen Treppenhauses durch eine zwei-flügelige, massive Eichentür erschlossen. Durch mehrere Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde das Landgerichtsgebäude schwer beschädigt. In diesem Zuge brannte der Schwurgerichtssaal aus und das oberste Stockwerk wurde fast vollständig zerstört. In den Nachkriegsjahren wurde das Gebäude wiederaufgebaut. Diesbezüglich ist anzunehmen, dass der Großteil des Innenausbaues nicht bauzeitlich ist. Insbesondere die Balustraden, der Lambris, die Zuschauerbänke und das Mosaik „Das salomonische Urteil“ der Wuppertaler Künstlerin Adelheid Horschik, das sich an der Stirnseite des Schwurgerichtssaals hinter der Richtertischanlage befindet, stammen aus den 1950er Jahren, ebenso die reich profilierte Kassettendecke, die besonders hervorzuheben ist. Die vorhandenen Tischanlagen sind zudem für den bevorstehenden Einsatz der elektronischen Akte ungeeignet. Auch der Bodenbelag, ein Nadelfilz aus den 1970´er Jahren, ist nicht mehr zeitgemäß und erhaltungsfähig. Die Podestanordnung und deren Stufenlabyrinth stehen nicht mehr im Einklang zum Anforderungsprofil für den heutigen Sitzungsbetrieb. In den Estrich werden für die erforderliche elektro-, IT- und medien-technische Ertüchtigung des Sitzungssaals für den Einsatz der elektronischen Akte oberflächenbündig Kabelkanäle und Bodentanks integriert. Um die Akustik im Schwurgerichtssaal zu optimieren, werden die bereits vorhandenen, dreiseitig umlaufenden Akustikplatten im unteren Bereich in Höhe von 3 Metern durch eine Vorsatzschale aus Holzwolle-Leichtbauplatten, die farblich auf das Stäbchenparkett aus Eiche abgestimmt werden, ergänzt. Im oberen Bereich werden die Akustikplatten mit einer Wandbespannung in akustischer Ausführung erweitert. Zusätzlich werden 70 Zentimeter hohe Akustik-Baffeln, die die Struktur der Kassettendecke aufnehmen, von der Decke abgehängt. Diese sollen zusätzlich durch integrierte LED-Bänder sowohl den Gerichtssaal mit ausreichender Helligkeit ausleuchten, als auch die Kassettendecke durch getrennt schalt- und dimmbare LEDs in Szene setzen. Die vorhandenen Lamellenvorhänge werden durch neue, ebenfalls aus Akustikstoffen bestehende, ersetzt.